Ferienwohnung Orsoyerberg

Linke und Lex wurden „Freunde fürs Leben“
Liebe, Kuscheln und Schmusen - ein Thema in der Evangelischen Kirche Orsoy?
Ja, das passt, wenn der Tenor Stefan Lex zu Gast ist und seine zahlreichen Zuhörer mit Liebesliedern in den Bann zieht. Vor ausverkauftem Haus begrüßte Pfarrer Uwe Klein am Samstag die Sänger Stefan Lex und Christiane Linke, das Ensemble Pomp-A-Dur und die vielen Musikliebhaber.

2010-02-03-nnoEtwas wehmütig wurde ihm ums Herz bei dem Gedanken, dass dies die vorerste letzte Veranstaltung im Gotteshaus war.Die notwendig gewordene Sanierung zwingt die Kirchengemeinde zur monatelangen Schließung der Kirche und zum Umzug in die Katholische Kirche, wo ab dem 14. Februar die Gottesdienste stattfinden werden. „Ich bin stolz auf die gelebte Ökumene in Orsoy“, betonte der Pfarrer, bevor er allen ein wundervolles Konzert wünschte.

Stefan Lex erreichte gleich beim ersten Lied, dem „Vater unser“, die Herzen seiner Zuhörer. Ohne jede Starallüren baute er die Distanz zwischen Künstler und Publikum ab,  nahm seine Gäste mit ins Reich der Operetten, Opern,Musicals und Schlager. Im Walzertakt bewegten sich die Oberkörper in den Kirchenbänken - ein summendes Publikum, das sich sogar dazu hinreißen ließ beim „Wien bleibt Wien“ mitzusingen.Doch nicht nur seine  Tenor-Stimme überzeugte, ebenso hing die Zuhörerschaft an den Lippen  vom moderierenden Stefan Lex. Nette Anekdoten gab er zum Besten, zum Schmunzeln, zum Lachen - niemals überheblich, immer den Kontakt zum Publikum suchend.

Christiane Linke zog  ebenfalls die Besucher in ihren Bann, nicht nur durch ihre wunderschöne Sopranstimme, sondern auch mit ihrer warmen Ausstrahlung, mit der sie die Sinne ihres Publikums berührte.

Zum Gelingen des Konzerts trug vor allem auch das Ensemble  Pomp-A-Dur bei, vier  Frauen, die ganz offensichtlich ihre Instrumente beherrschten. Sigrid Althoff, Gründerin von Pomp-A-Dur und Ehefrau von Stefan Lex, schien die Tasten ihres Pianos kaum zu berühren und trotzdem ging von ihr eine  Energie aus, die auf alle übersprang. Mit dabei Insa  Schirmer am Violon cello und Naomi Binder an der Violine, beide schienen mit ihren Instrumenten zu verschmelzen und entlockten ihnen reine Töne, die das Gotteshaus erfüllten. Klarinettistin Isabella Bach machte besonders beim „Klarinettenmuckel“ auf  sich und ihre  „Wahlheimat“ Bayern aufmerksam. Fast schien es so, als hätten die Damen „Bitte aufsteigen“ ins Publikum gerufen, als sie die „Petersburger Schlittenfahrt“ spielten, so gingen alle mit.

Die Pause nutzten die Organisatoren um Ludger Drolshagen zum Ausschank von Getränken, dessen Erlös ebenso wie vom Benefizkonzert zur Sanierung der Kirche beiträgt. Die Übersetzung von „Amigos para siempre“ brauchte Stefan Lex seinem Publikum nicht zu  liefern.„Freunde fürs Leben“ erscholl es aus dem Kirchenschiff. Gemeinsam mit Christiane Linke brachte er eine wunderschöne Interpretation des bekannten Liedes von Andrew Lloyd-Webber dar.  Eine kleine Tanzeinlage beim Can-Can von Offenbach brachte dem  Sänger zusätzlich rauschenden Applaus. Natürlich durften die Künstler das Konzert nicht ohne Zugaben beenden. Beim „O sole mio“ übertrafen sich die beiden Stefan Lex und Christiane Linke im nicht ganz ernst zu nehmenden Wettstreit.


Mit standing-ovations verabschiedeten sich die Orsoyer. Pfarrer Klein sprach die Hoffnung aus, die wohl viele Zuhörer hegten:„Wenn unsere Kirche Eröffnung feiert, möchten wir Euch hier wieder begrüßen.“


INFO
Im ersten Bauabschnitt der Sanierungsarbeiten an der Evangelischen Kirche Orsoy geht es um die „konstruktive Sicerhung“. Über 500.000 Euro sind hierfür veranschlagt. Der komplette Boden wird ausgehoben, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Die Kirche wird anschließend über 600 Kubikmeter mehr Raumvolumen verfügen. 1,3 Millionen Euro soll das Gesamtbauvorhaben kosten. Bund und Land haben für den 1. Bauabschnitt 413.000 Euro Zuschüsse bewilligt. Spenden sind weiterhin willkommen, auch Mitglieder im Verein  zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy.