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Wo bleibt das Hochwasserschutzkompetenzzentrum Rheinberg?

Viktor Paeßens, Deichgräf des Deichverbands Orsoy, wartet schon seit längerer Zeit auf die Entscheidung für eine landesweite Hochwasserschutzeinrichtung.

Es passte gerade so schön, als der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag unter dem Punkt Verschiedenes über das Starkregenereignis – die Lineg sprach sogar von einem Jahrhundertregen – vom Montag vergangener Woche debattierte. Viktor Paeßens, CDU-Ratsherr und Deichgräf des Deichverbands Orsoy, wies noch einmal darauf hin, dass eine Entscheidung für ein Hochwasserschutzkompetenzzentrum immer noch ausstehe. Dieser Trainingsort für Einsatzkräfte im Fall von Hochwasser könnte im Bernshof untergebracht werden – dem Gehöft, wo auch der Deichverband Orsoy seinen Sitz hat. „Wir sollten alle auf die Entscheider einwirken!“, forderte er.

Im Bernshof hat auch der Arbeitskreis für Hochwasserschutz und Gewässer, der Dachverband der Deichverbände, seinen Sitz. Und dort reifte die Idee, ein solches Kompetenzzentrum zu errichten, so Paeßens. Dort könne der Ernstfall geprobt werden.

„Seit mehreren Jahren ist das ein Thema. Aber die Entscheidung des Landes fehlt, Geld in die Hand zu nehmen, um alle Hilfsorganisationen gezielt für den Verteidigungsfall zu schulen.“ Diese ehemalige landwirtschaftliche Hofstelle eignet sich nach Einschätzung von Paeßens bestens dafür. „Aber es werden noch nicht einmal Gespräche geführt. Das verwundert mich.“

Auch nicht untersucht sei, welche Infrastruktur für das Zentrum nötig ist. Paeßens: „Ich vertrete aber ohnehin die Auffassung, dass das Geld bezahlt werden muss. Sinnvoller Hochwasserschutz darf nicht am Geld scheitern. Wir haben jetzt gesehen, welchen Schaden selbst kleine Flüsse anrichten können. Ich will gar nicht darüber nachdenken, was Vater Rhein anrichten kann!“

Seiner Ansicht nach müsse das Führen und Koordinieren in solchen Situationen geübt werden. „Das ist sogar Pflicht. Die Deichverbände machen das auf ihrer Ebene, aber bei großen Ereignissen braucht man die Koordination aller Einsatzkräfte. Der Kreis ist zwar gut aufgestellt, aber es muss geübt werden!“

In Hamburg gebe es bereits ein derartiges Zentrum. „Das haben wir vor ein paar Jahren besichtigt. Und dort ist uns gezeigt worden, was passiert, wenn auch nur ein einziger Sandsack weggezogen wird – das reicht nämlich aus, um einen ganzen Deich in Minuten zu zerstören!“

Ein Schulungszentrum für das gesamt Land sei nötig. „Hochwasser am Rhein ziehen sich länger hin. Da sind viele, geschulte Menschen vonnöten.“ Seine Kritik möchte er nicht als Angriff auf die Landespolitik verstanden wissen. „Es ist nur ein Hinweis auf die Notwendigkeit, ein Hinwirken auf eine Entscheidung.“