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Buntes Angebot beim Miriam-Markt in Orsoy

Blumen, Brotaufstriche, Basteleien: Beim Miriam-Markt in Orsoy gibt es Kunst und Kulinarisches – zum Beispiel Flammkuchen aus einem Holzbackofen.

Kaum angekommen auf dem Miriam-Markt, sofort steigt einem der Geruch von Essen in die Nase. Ein deftiger Duft, der von Bratwürsten und Flammkuchen ausgeht. Direkt neben dem großen Blumenstand, der den größten Teil des Marktes ausmacht, steht der Holzbackofen der Eheleute Kummer. „Manche kaufen sich einen Mercedes, wir kaufen uns einen Anhänger und diesen Backofen“, witzelt Hartmut Kummer, der gerade einen Flammkuchen in den Ofen schiebt. Bereits seit einigen Jahren rundet das Ehepaar den Miriam-Markt mit diesem Angebot kulinarisch ab. „Wir wohnen hier direkt um die Ecke und weil wir diesen Ofen besitzen, hat man uns irgendwann gefragt, ob wir hier mitmachen möchten“, erklärt Ilona Kummer. An ihrem Stand verkaufen sie nicht nur die Flammkuchen, sondern auch Basteleien aus Filz.

„Die hat meine Tochter gemacht“, erzählt Ilona Kummer. „Ich nehme sie dann immer mit, auch weil sie sehr schön aussehen.“ Flammkuchen zu verkaufen ist jedoch keineswegs das Hobby der Kummers. Sie sind ausschließlich einmal im Jahr auf dem Miriam-Markt vertreten. „Sonst backen wir in dem Ofen unser eigenes Brot“, berichtet Ilona Kummer. Insbesondere die freundschaftliche Atmosphäre wissen die Eheleute zu schätzen. „Die Stimmung ist immer nett, man kennt sich“, so Ilona Kummer und im selben Moment wird sie von einer Nachbarin begrüßt. Diese Szene zeigt sehr schön, wofür der Miriam-Markt steht. „Wegen eines Geschäfts stehen wir nicht hier.“

Bei wunderschönem Wetter schlendern die Besucher am Sonntag um die Kirche, um die herum überall kleine Trödelstände aufgestellt sind. Hobbyhandwerker, Bastler, Künstler und auch Kinder stellen hier aus – so auch Annegret Wagner, die ihre Textilkunst zeigt. „Das ist Patchwork und Quilt“, berichtet ihr Sohn Klaas, der ihren Stand kurz bewacht, während sich seine Mutter etwas zu Essen holt. Neben deftigen Speisen gibt es auf dem Markt auch Kuchen und Waffeln. Besonders kleine Karten kann Annegret Wagner an diesem Tag verkaufen. Die großen Kunstobjekte sind für spontane Käufe wohl zu kostspielig. „Da steckt natürlich viel Arbeit drin, auch bei dem Preis rechnet sich das noch immer nicht, wie es bei der Kunst so oft ist“, sagt Klaas Wagner. Rund 250 Euro kosten ein großes Textilkunstwerk. Nebenan verkaufen Kinder ihre alten Spielsachen. So entsteht ein gemischtes Ambiente aus Trödel- und Kunstmarkt, wobei der Trödelcharakter etwas überwiegt.

Ebenfalls interessant ist der Stand von Elfriede Taprogge, die mit ihrem Mann Wilfried Marmeladen, Fruchtaufstriche und Senfe herstellt. Rund fünfzig verschiedene Sorten, hat das Ehepaar im Angebot. „Mein Mann macht den Senf und ich die fruchtigen Aufstriche“, erklärt Elfriede Taprogge. Zwar betreiben die Beiden es als Hobby, doch da es sich um Lebensmittel handelt, sind sie als Gewerbe angemeldet – mit Hygienenachweis und allem Drum und Dran. „Sehr ausgefallen ist beispielsweise das Biergelee, das kommt auch gut an“, so Elfriede Taprogge. Wenn sie sich neue Kreationen ausdenkt, muss die Familie vorkosten. „Ich muss immer probieren, aber ich lebe noch“, scherzt Bruder Friedel Kummer, der am Stand vorbeischaut.

Auf dem Rückweg vom Markt lohnt es sich noch, beim Bücherflohmarkt vorbei zu schauen. Viele Gäste besuchen den Markt vor allem deshalb. „Für Leser ist das hier weltbekannt“, berichtet Heike Tomberg. „Das reicht immer für ein halbes Jahr“, sagt ihr Mann Gerd und deutet auf eine Tasche voller Bücher. Anders als der Miriam-Markt ist der Bücherflohmarkt nämlich zweimal im Jahr. Für die nächsten sechs Monate ist das Paar auf jeden Fall gut eingedeckt.