Ferienwohnung Orsoyerberg

Auf der Suche nach Herberge in Rheinberg

Wegen der leerstehenden zentralen Unterbringungseinrichtung könnten Rheinberg wieder neue, länger bleibende Flüchtlinge zugewiesen werden

Eng im Zusammenhang mit der im Moment leerstehenden zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Orsoy steht auch die Zuweisung von asylsuchenden Menschen für Rheinberg. Diese Frage trieb Claudia von Parzotka-Lipinski (SPD) im Ausschuss für Soziales, Familie und Senioren am Dienstag um: „Wir haben uns darauf verlassen, dass wir wegen der ZUE keine Flüchtlinge mehr zugewiesen bekommen. Was ist mit den Menschen, die jetzt neu zu uns kommen, gibt es Schwulitäten oder einen Plan B?“

Martin Tomberg, im Fachbereich Soziales unter anderem zuständig für asylbegehrende Ausländer, berichtete von Überlegungen schon in der vergangenen Woche. „Im Frühjahr könnten vielleicht wieder Flüchtlinge zu uns kommen. Deswegen haben wir versucht Kapazitäten zu schaffen.“ Einige Familien habe man in der Winkelstraße in Solvay-Wohnungen unterbringen können, die die Stadt vom Unternehmen angemietet hat. Die Halle in der Straße An der Neuweide habe man im Blick. In diesem ehemaligen Fitnessstudio, das die Stadt derzeit noch bis Januar nutzen kann, leben 40 Menschen, weitere 40 können noch untergebracht werden.

Aber: Die Grundschule Ossenberg müsse möglicherweise genutzt werden. Am Melkweg werde es bald neue Unterbringungsmöglichkeiten, sagte Tomberg. „Der zweite Bauabschnitt wird noch vor Weihnachten fertig.“ Und in Orsoy gebe es immer noch den zurzeit leerstehenden Container – er bietet Platz für 24 Menschen.

Nicht zur Debatte stehe eine Nutzung des alten Hauses Cassel. „Dort stehen nur zwei Räume unter besonderen Auflagen als Aufenthaltsräume zur Verfügung“, so Tomberg. „Der Rest ist baufällig und auch nicht zu reaktivieren.“

Etwas entspannter ist die Lage in der vergangenen Zeit dadurch geworden, dass „wir mittlerweile 63 Familien in normalen Wohnungen unterbringen konnten.“ Das erklärte am Mittwoch Beate Cornelißen, Sachgebietsleiterin soziale Dienste bei der Stadt, im Gespräch mit der NRZ. Und: Gestern Mittag habe es noch keine neuen Zuweisungen gegeben.

Im Moment gebe es bei den Asylsuchenden aus den Balkanstaaten Unruhe, so Tomberg im Ausschuss. „Die ersten Ausweisungen sind ausgesprochen worden. Einige Flüchtlinge sind bereits von sich aus zurückgegangen, ohne dass sie eine Verfügung ausgesprochen bekamen.“ Seiner persönlichen Einschätzung nach dürften nur wenige Menschen vom Balkan ein Aufenthaltsrecht bekommen. Wenn, liefe das eher auf eine Duldung wegen gesundheitlicher Probleme hinaus.

Auf der Suche nach Herberge in Rheinberg
03.12.2015 | 05:36 Uhr
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