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165 Jahre Gesang in Orsoy

Ein seltenes Jubiläum kann der katholische Kirchenchor St. Nikolaus Orsoy, einer der ältesten Kirchenchöre im Bistum Münster, in diesem Jahr begehen. Der Chor hat in seiner langen Geschichte auf vielfältige Art und Weise das geistliche und kulturelle Leben der kleinen Stadt Orsoy mitgeprägt.

Nach der Gründung im Jahr 1853 durch Pastor Johann Bockelmann, dem Bauherrn der heutigen Nikolauskirche, blickt der Chor nun auf 165 Jahre zurück. Über den Werdegang dieser Gemeinschaft in den ersten Jahrzehnten liegen keine Aufzeichnungen mehr vor. Das Vorhandene ist wahrscheinlich in den Kriegswirren verloren gegangen.

Geselligkeit gepflegt

Fest steht, dass der Kirchenchor 1903 sein 50-jähriges Jubiläum feierte und 1928 das 75-jährige Bestehen, damals noch als reiner Männerchor Cäcilia. Überliefert ist, dass die Männer mit guten Leistungen aufwarteten und sehr die Geselligkeit im Städtchen Orsoy pflegten.

Bald nach dem 2. Weltkrieg wurde der Chor wieder aktiv und sang an Weihnachten 1945 eine vierstimmige Messe in der Notkirche, der alten Turnhalle der Mittelschule. Im Jahr 1953 feierte der Kirchenchor das 100-jährige Jubiläum, zum letzten Mal als reiner Männerchor.

Nach der Gründung eines Jugendchores 1958 und der Einbeziehung von Frauenstimmen 1959 durch Chorleiter Willi Küpper entstand ein neues Gesangsleben in der katholischen Gemeinde, das auch unter dem Dirigat von Hans Pionke in neun Jahren und dem von Dirk Menzenbach nun seit 26 Jahren weiter Bestand hat. Als gemischter Chor wurde unter Leitung von Küpper 1978 das 125-jährige Bestehen gefeiert, einmal in der Pfarrkirche und noch einmal als besonderes weltliches Konzert in der Mehrzweckhalle.

150 Jahre alt war der Chor 2003. „Kirchliches – Weltliches – Örschauer Platt“ lautete das Motto des Konzertes in der Nikolauskirche unter der Leitung von Menzenbach. Unterstützung gab es von Mitgliedern des MGV Orsoy 1854 und des evangelischen Kirchenchores, die seitdem zum St.-Nikolaus-Chor gehören. Zu seinem 160- jährigen Jubiläum gestaltete der katholische Kirchenchor eine kirchenmusikalische Andacht zum Thema „Vater Unser“ mit zwölf Versionen namhafter Komponisten.

Einzigartige Komposition
Und nun, im Jahr 2018, wird der Chor 165 Jahre alt. Zu diesem Geburtstag wird am Palmsonntag, 25. März, um 17 Uhr in der St. Nikolauskirche eine einzigartige Komposition von Gabriel Fauré (1845 bis 1924) vorgetragen: das „Requiem“ op.48.

Es war Fauré ein Anliegen, nach dem Tod seines Vaters in diesem Requiem ein friedvolles Bild des Todes zu zeichnen. Er strebte dabei nicht nach Dramatisierung, sondern nach zarten Tönen der Hoffnung angesichts eines düsteren Textes. Darum entfällt bei Fauré am Ende das erschreckende „Dies irae“ und wird durch das sanftmütige „In Paradisum“ ersetzt.

In vielen intensiven Proben seit Anfang Dezember 2017 hat Chorleiter Menzenbach seinen Chor an dieses Werk hochmotiviert herangeführt. Dabei hat er alle Sängerinnen und Sänger mit seinem ruhigen und einfühlsamen Naturell dafür begeistert.

Gerne opferten die Chormitglieder, besonders aber der Chorleiter, auch in vielen Zusatzproben ihre Freizeit, damit das Werk bei der Aufführung gelingt. Unterstützt wird der Orsoyer Jubiläumschor vom „Heartchor“, dem Kirchenchor aus Westhofen unter der Leitung von Thomas Klein und einem Projektorchester.

In Westhofen, wo Menzenbach heute wohnt, wird das „Requiem“ am 18. März aufgeführt .Auch dort singen beide Chöre zusammen. Bei gemeinsamen Proben in Orsoy und Westhofen ergab sich eine gute und effektive Zusammenarbeit, die sich natürlich auch in der Klangfülle bemerkbar macht.

Der Kirchenchor St. Nikolaus Orsoy lädt alle Interessierten ein, diese herrliche Komposition von Gabriel Fauré, die unter die Haut geht, anzuhören. Unterstützt wird der Chor von der Kulturstiftung der Sparkasse am Niederrhein.