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Übergangstrainer bis Saisonende

sv orsoyHarald Kluth wird beim SV Orsoy in der Rückrunde an der Seitenlinie stehen. Den 54-Jährigen lockt die Herausforderung, die Mannschaft in der Tabelle noch ein ordentliches Stück nach vorne zu bringen. Von Detlef Kanthak

So richtig zielsicher ist die Begegnung zwischen dem SVO und seinem neuen Trainer noch nicht verlaufen. "Ich war schon in Orsoy und musste dann schnell umdrehen", gestand Harald Kluth vor dem ersten Training mit der Mannschaft ein, dass er die für ihn noch ungewohnte, im Dunkeln versteckt liegende Abfahrt zur Platzanlage der Grün-Weißen verpasst hatte. Macht nichts, dem Neuen an der Seitenlinie bleibt ein halbes Jahr, um den korrekten Weg einzuschlagen.

Sechs Monate, das ist genau die Zeit, mit der sein Kontrakt mit dem Club vom Gildenkamp versehen ist. Übergangstrainer liegen eben im Trend. Die Bayern haben mit Jupp Heynckes angefangen, der BVB ist mit Peter Stöger nachgezogen, jetzt hält also auch der SV Orsoy mit. Nach der Trennung von Sandro Vergaro unmittelbar vor dem ersten Spieltag und dem dann folgenden, viermonatigen Wirken des Sportlichen Leiters Igor Draganov an der Seitenlinie, ist Kluth bereits der dritte Coach, den der SVO in dieser Spielzeit beschäftigt. Ein Trainer auf Zeit, denn im Sommer soll schon wieder der nächste Übungsleiter kommen.

"Wir haben uns für diese Lösung entschieden, um Igor Draganov die Last von den Schultern zu nehmen und dann, in den nächsten Monaten mit Harald Kluth, uns gezielt auf die Personalien für die nächste Saison vorbereiten zu können", verrät Fußball-Abteilungsleiter Erkan Ayna, gleichzeitig auch Stürmer in der ersten Mannschaft der Grün-Weißen, den Plan des Clubs, der ausgerechnet am ersten Weihnachtstag seine endgültige Form angenommen hat.

Da saßen dann Draganov und Kluth unter dem Tannenbaum in der Wohnung des neuen Trainers zusammen, der alte Coach bat um die Unterschrift seines Nachfolgers und der stimmte zu. "Ein halbes Jahr, und nicht länger", beschreibt auch Kluth die Voraussetzung seines Engagements mit dem Verein, bei dem auch sein Sohn Björn in der Abwehr beschäftigt ist und über den natürlich der ein oder andere Faden bei dem Geschäft gezogen worden war. Sechs Monate, in denen der neue Trainer nicht nur auf den Platz geht, um beim Training die Hütchen aufzustellen.

"Wir werden an den Mängeln in der Abwehr arbeiten und vermutlich auch taktisch einiges verändern", will der 54-Jährige seine Zeit sinnvoll nutzen. Unterstützen werden ihn dabei die beiden bisherigen Co-Trainer Mark Kolanczyk und Nils Schwenner, die vom neuen Chef gleich ein gutes Omen erfahren haben. "Viermal habe ich den SVO in dieser Saison gesehen, und alle vier Spiele wurden gewonnen."

Da hat Kluth natürlich auf der anderen Seite auch einiges verpasst. Acht Niederlagen zum Beispiel, die den Vizemeister der Vorsaison im bisherigen Verlauf der Spielzeit nur auf den elften Tabellenrang geführt haben - weit weg von der ehemaligen Hoffnung, in diesem Jahr wieder ein gehöriges Wort im Kampf um den Aufstieg mitsprechen zu können. Kluth, der in den Junioren-Mannschaften des ehemaligen Bundesligisten Bayer Uerdingen groß wurde, als Senior in höheren Ligen unter anderem für den SV Schwafheim, SV Neukirchen sowie OSC Rheinhausen auflief und der durch seine Trainerarbeit beim FC Rumeln-Kaldenhausen bereits Erfahrungen aus der A-Liga mitbringt, lockt die Herausforderung, den SVO in der Tabelle noch ein ordentliches Stück nach vorne zu bringen. Fünfter, sechster Platz? "Dann lieber noch auf den vierten", sagt er vehement. Da wäre nämlich noch ein Problem: "Ich kann auch als Trainer nur schlecht verlieren, dann sind mir immer der ganze Sonntag und Montag verhagelt."

Die erste Nagelprobe findet am 4. Februar im Heimspiel gegen den Rumelner TV statt - dann ohne Matthias Morawin, der den Verein in der Winterpause verlassen hat, wohl aber wieder mit Ulas Özpolat, der nach dem Ende seiner sportlichen Schaffenspause bereits bei den Rheinberger Stadtmeisterschaften im Dress des SVO mitwirkte. Kluth hat also noch ein wenig Zeit, sein Team kennenzulernen und genauestens unter die Lupe zu nehmen - und mit dem richtigen Abbiegen auf den Platz wird es bis dahin wohl auch klappen.
Quelle: RP

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