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Zeugen bestätigen Streit unter Somaliern

Sieben Zeugen wurden gestern im Landgericht in Kleve zu dem versuchten Mord am 22. Januar in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) in Orsoy befragt, unter ihnen auch die beiden Somalier, die sich zur Tatzeit mit dem Angeklagten Mohamud A. (29) und dem Opfer Ismail M. (31) das Zimmer geteilt hatten. Der eine ist 19 Jahre jung, der andere "ungefähr 36 Jahre alt". Beide leben heute in Geldern.

Der 19-Jährige konnte sich gut an die "handfeste Auseinandersetzung" am Vormittag des 22. Januar erinnern. "Ismail wollte, dass der Tisch weg kommt". Mohamud habe gesagt: "Nein, das ist nicht unser Eigentum." Ismail sei aufgeregt gewesen, habe darauf bestanden: "Ich zeige dir, wie das geht", habe er gerufen und dem Angeklagten, der in dem gemeinsamen Zimmer auf einem Stuhl saß, zwei Mal einen Faustschlag ins Gesicht versetzt.

Nachmittags sei er noch mit dem Angeklagten in einer Moschee beten gewesen, da sei Mohamud A. "normal" gewesen. Ob er abends im Speiseraum auch dabei gewesen sei, will der Vorsitzende Richter Ruby wissen. Ja, er habe am Tisch neben Ismail gesessen, den Messerstich aber nicht mitbekommen, nur dass das Opfer geblutet habe. Der zweite Mitbewohner will nur gehört haben, dass ein Tisch Auslöser des handfesten Streites gewesen sein soll.

Den Tisch habe er selber am Nachmittag sauber gemacht. Abends beim Essen habe er am Tisch Ismail gegenüber gesessen und gegessen; plötzlich sei das Opfer aufgesprungen und habe sich an den Hals gefasst. Ein weiterer Zeuge, Polizist in Rheinberg, erinnerte sich, dass Mohamud A. weinend im Foyer gesessen habe. Beide, der Angeklagte wie auch das Opfer, hätten übereinstimmend erklärt, dass es wegen der hygienischen Zustände im gemeinsamen Zimmer zum Streit gekommen sei.

Durch den Faustschlag habe der Angeklagte eine Platzwunde an der Lippe und eine Schwellung am Kopf erlitten. Ein weiterer Zeuge, zur Tatzeit Sicherheitskraft in der ZUE, erklärte, der Angeklagte habe sich eigenen Worten zufolge "in seiner Ehre stark verletzt gefühlt". Ob es denn vorher schon mal Probleme mit Mohamud A. gegeben habe, fragt der Richter. Ja, es habe ab und zu Alkohol-Probleme gegeben.

Sein Mandant habe ihm gesagt, er trinke keinen Alkohol, so Rechtsanwalt Steinert. "Das sagen sie alle, - und dann kaufen sie sich eine Flasche Korn und kippen ihn so runter", hielt der Zeuge dagegen. Der Prozess geht heute um 10 Uhr weiter.
(jas)

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