Ferienwohnung Orsoyerberg

Der Mann, der Orsoys Geschichte erforscht

Bernie Abel zeigt ein Bild von der letzten Postkutsche um 1910 mit Postillon Hermann Kuhlmann sowie ein Bild des Orsoyer Rathauses nach dem Krieg. FOTO: Fischer

Bernie Abel hat die spannende Geschichte seines Heimatstädtchens Orsoy detailliert und liebevoll dokumentiert. Ursprünglich kommt er vom Binsheimer Abelshof. "Laut einer Urkunde vom 5. Juni 1448 wurde der Hof an die Eheleute Abel und Lisa Giesen in Erbpacht gegeben und nannte sich fortan Abelshof. Abel Giesen machte aus seinem Vornamen den Familiennamen. Das ging damals", erklärte Bernie Abel.

Seit der Kindheit ist er Hobby-Historiker. Er ist gelernter Industriemechaniker im Bergbau und stetig auf der Jagd nach Dokumenten, Papieren, Unterlagen und Bildern, die einen Blick in die umfangreiche Geschichte der Festungsstadt gewähren. Zu Abels Sammlung zählen auch zahlreiche Kirchenbücher von 1650 bis 1895, die über die Geburt, den Tod, die Heirat sowie die Abstammung von Orsoys Ahnen Auskunft geben.

Auch zahlreiche andere Infos hat der ehemalige Industriemechaniker nach und nach zusammengetragen. Beispielsweise hat er herausgefunden, dass in der Zissenstraße bis Mitte des 17. Jahrhunderts ein Verwaltungsgebäude des Zolls stand, woher auch der Straßenname rührt. Genauso hat er Wissenswertes über das erste Spital an der Kuhstraße ausgegraben, das dort im 19. Jahrhundert gestanden habe.

Auch die vielfältigen Betriebe und Gewerbe, die es einst in Orsoy gab, hat er dokumentiert. Unter anderem von dem traditionellen Metzgereibetrieb Bongert hat Bernie Abel Briefe, Bilder und Dokumente. Adam Bongert sei 1848 in Wesel geboren worden. Um 1900 sei er dann nach Orsoy gekommen, habe dort als Metzgergeselle gearbeitet, später habe er in einen Orsoyer Metzgereibetrieb eingeheiratet. Seine Metzgerei stand an der Binsheimer Straße und wurde noch bis in die 90er betrieben, erzählt Abel.

"Mein Wunsch wäre es, im Alten Rathaus einen Raum zu bekommen, den ich als Archiv nutzen kann. Ich habe so viel Material gesammelt. Das will ich der Öffentlichkeit zugänglich machen." Zu seiner Sammlung zählen unzählige Bilder, Dokumente wie alte Rechnungen von der früher in Orsoy vorherrschenden Zigarrenindustrie, alte Werbungen aus der Vor- und Nachkriegszeit, Bücher, Erzählungen von Orsoyern über Menschen, Gebäude und Begebenheiten. Alle Texte, die er bei seiner Spurensuche gefunden hat und in altdeutscher Frakturschrift geschrieben waren, hat Bernie Abel in eine moderne, gut leserliche Schrift übertragen und für die Nachwelt digitalisiert. "Ich hoffe, in Orsoy ein Archiv zu etablieren, das auch dauerhaft im Ort bleibt."

Die Spurensuche des Orsoyer Historikers ist aber noch lange nicht abgeschossen. "Wer mich unterstützen will, kann mich anrufen", so der 62-Jährige, "unter Telefon 02844 2736."
Quelle: RP

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