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Investor: Wir haben dem DRK gekündigt

Die Bezirksregierung Düsseldorf - also das Land NRW - ist Betreiberin der ZUE in Orsoy. Sie hat den Investor IPG beauftragt, der wiederum das Deutsche Rote Kreuz ins Boot geholt hat. Nun liegen die Parteien im Rechtsstreit. Die IPG als Betreiberin der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Orsoyer Krankenhaus und der Landesverband des Roten Kreuzes liegen im Clinch. Das Unternehmen wirft dem DRK vor, die Sozialbetreuung nicht gut gemacht zu haben.

Die Auseinandersetzung zwischen dem Unternehmen IPG und dem DRK-Landesverband Nordrhein geht weiter. Nun meldete sich die IPG zu Wort und weist die Aussagen des DRK-Landesverbands zurück. Zur Erinnerung: Ein DRK-Unternehmen war seit der Eröffnung der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Orsoy im November 2015 für die Sozialbetreuung und das Catering zuständig. Der Vertrag zwischen dem DRK und der Gesellschaft des Investors Jörg-Richard Lemberg wird zum 31. Januar gekündigt. Wie berichtet, werden die Malteser-Werke die Sozialbetreuung für die 400 Bewohner übernehmen. Um Küche und Essensausgabe kümmern sich ebenfalls die Malteser.

Die IPG legt Wert auf die Feststellung, dass sie das Vertragsverhältnis mit dem DRK als erster gekündigt habe. Erst danach habe das DRK seine Kündigung erklärt. "Durch die unrichtige Darstellung des DRK wird der für uns geschäftsschädigende Eindruck erweckt, als sei unsere Kündigung bloß eine ,Retourkutsche' auf die Kündigung des DRK gewesen", teilte IPG-Prokurist Michal-Roch Korczynski unserer Redaktion gestern mit. Tatsächlich sei die Kündigung der IPG "ungefähr drei Minuten, bevor das DRK gekündigt hat", eingegangen, sagte DRK-Pressesprecherin Stefanie Kutschker. Das Rote Kreuz werte das als eine "Gleichzeitigkeit".

Der vom DRK-Landesverband Nordrhein als Grund für die später erfolgte eigene Kündigung angegebene "siebenstellige Summe, die mittlerweile aufgelaufen sei", unterschlage, "dass die IPG Zahlungen aufgrund nachweislich nicht beziehungsweise schlecht erbrachter Betreuungsleistungen seitens des DRK zurückgehalten hat". Darüber schwebe ein Rechtsstreit mit dem DRK. Das bestätigte die Rotkreuz-Sprecherin. Auch treffe es laut IPG nicht zu, dass die Forderungen des DRK 4,5 Millionen Euro betragen. Der Unternehmenssprecher: "Die IPG hält die Forderung des DRK für unberechtigt. Ganz im Gegenteil stehen der IPG noch Ansprüche gegenüber dem DRK zu." Die Einschätzung der finanziellen Seite teilt Stefanie Kutschker nicht. Es habe keinerlei Beanstandungen der DRK-Arbeit in Orsoy seitens der IPG gegeben. "Ganz im Gegenteil: Unsere Einrichtungen sind als Vorzeigeeinrichtungen bekannt. Das DRK hat seit 2015 Tausende Flüchtlinge betreut, und zwar mit großem Erfolg. Wir sind sehr stolz auf das Erreichte." Das DRK bedaure es sehr, dass es die ZUE in Orsoy verliere. Die Pressesprecherin: "Wir hoffen sehr, dass es dort gut weitergeht und dass die Menschen, die sich dort engagieren und eine ehrenamtliche Aufgabe gefunden haben, diese auch weiterhin ausüben können."

Was die Job-Situation belangt, so interpretiere das DRK die Rechtslage so, dass es sich wegen der Übernahme der Sozialbetreuung durch die Malteser um einen Betriebsübergang handele. Kutschker: "Wir weisen unsere Mitarbeiter darauf hin, dass sie die Möglichkeit haben, sich einzuklagen." Zum Vorwurf der IPG, die Arbeit des DRK sei zu teuer, sagte die Sprecherin: "Wir haben ein Tarifsystem und wir zahlen auch Tariflöhne. Wir heben uns bei Kosten und Qualität teils von unseren Mitbewerbern ab."

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