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Rheinberg: Nun doch kein Helau in Oschau

Der kleine, aber feine Tulpensonntagszug in Orsoy brauchte nie ein Sicherheitskonzept.

Der geplante Rosenmontagsumzug ist kurzfristig abgesagt worden. Die Organisatoren können ein notwendiges Sicherheitskonzept nicht kurzfristig vorlegen

Im Jahr ihres 33-jährigen Bestehens hatte das 1. Orsoyer Karnevals Komitee (1. OKK) erstmals zum Rosenmontagsumzug nach Orsoy eingeladen. Dieser musste nun kurzfristig abgesagt werden – aus Sicherheitsgründen, unter anderem wegen der zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge.

Viele Punkte seien kritisch

Normalerweise richtet das 1. OKK alle zwei Jahre den Tulpensonntagszug aus. Dieser ist mit etwa 2200 Besuchern nicht so groß, dass ein Sicherheitskonzept benötigt würde. „Am Rosenmontag hätten wir aber mit etwa 5000 Besuchern gerechnet, denn viele Rheinberger hätte es wahrscheinlich nach Orsoy und nicht zum Umzug nach Kamp-Lintfort gezogen “, sagt Jonny Strey vom Rheinberger Ordnungsamt. „Aufgrund dieser hohen Besucherzahl und durch die Erfahrung der Silvesternacht in Köln wäre ein Sicherheitskonzept seitens des Vereins auszuarbeiten.“ Der Umzug hätte nämlich unter anderem direkt an der ZUE vorbeigeführt, die am Rosenmontag voraussichtlich mit 500 Flüchtlingen voll belegt sei.

Es gäbe aber auch noch andere Punkte, die kritisch seien und ein Sicherheitskonzept notwendig machen würden, so Strey weiter – zum Beispiel der Genuss von Alkohol, der beim Karneval immer eine große Rolle spiele, sowie die Zusammensetzung bestimmter Besuchergruppen auch aus anderen Gemeinden.

Für das 1. OKK war es nicht möglich, in kurzer Zeit das verlangte Sicherheitskonzept zu entwickeln. So haben die „Oschau-Berger Jonges“ den geplanten Umzug aus Sicherheitsgründen abgesagt. „Wir werden uns aber jetzt direkt nach Karneval daran setzen, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten“, sagte OKK-Schriftführerin Nadine Geldermann. „Wegen der ZUE werden wir auch 2017 für den Tulpensonntagszug eins vorlegen müssen.“ Den schwarzen Peter möchten sich alle Beteiligten nicht zuschieben. Es seien vernünftige Gespräche zwischen Verein, Stadt und Polizei geführt worden. Am Ende wären sich alle einig gewesen, dass die Entscheidung richtig sei. „Die Vorkommnisse in Köln ziehen einfach Kreise. Wir gehen mit solchen Veranstaltungen jetzt ganz anders um“, sagt Polizeisprecherin Sabine Vetter. „Solche Übergriffe kannten wir bis dahin nicht. Wir wissen aber nun, was passieren kann“, jedoch natürlich nicht müsse, so die Sprecherin weiter. Es sei aber auch zu berücksichtigen, dass für die Menschen, die in der ZUE leben, Karneval eine ganz neue Erfahrung sei, die allermeisten von ihnen diesen Brauch nicht kennen.

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