Ferienwohnung Orsoyerberg

Zweiter Aldi-Markt für Rheinberg in Orsoyerberg?

Der Discounter möchte schon seit Jahren einen weiteren Standort haben. Jetzt wurden mögliche Flächen im Rheinberger Süden untersucht.

Üblicherweise überlegt man es sich beim Discounter Aldi ganz genau, ob und wo man einen neuen Standort bezieht. Für Rheinberg mit seinen etwa 30 000 Einwohnern könnte der bisherige Laden an der Xantener Straße eigentlich ausreichen. Aber das Unternehmen sieht offenbar schon seit längerem Chancen, dass sich auch ein zweiter Markt tragen könnten – und äußerte bereits vor Jahren das Interesse daran.

Vor kurzem ist der Discounter erneut auf die Stadtverwaltung zugekommen und hat seine Absicht bekräftigt, sich im Bereich Budberg, Eversael, Orsoy, Orsoyerberg oder Vierbaum anzusiedeln. Dabei machte man Nägel mit Köpfen, beantragte die nötige Änderung des Flächennutzungsplans und stimmte das Ansinnen mit der Stadtverwaltung und dem Regionalverband Ruhr ab.

Dabei mussten einige Hürden überwunden werden. Ist ein Discounter an dieser Stelle verträglich? Ja, sagt die Verwaltung: Trotz der Ansiedlung beziehungsweise Verlagerung des Edeka-Markts vor etwa drei Jahren gibt es Entwicklungspotenziale in den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel sowie Drogeriewaren. Passt die Ansiedlung in einer Größenordnung von ungefähr 1100 Quadratmetern in das Planungsrecht? Nicht so ganz: Zum einen muss er in einem sogenannten allgemeinen Siedlungsbereich liegen, zum anderen könnte er sich als großflächiger Einzelhandelsbetrieb wesentlich auf die Ziele der Raumordnung und Landesplanung oder die städtebauliche Entwicklung und Ordnung auswirken. Und das wäre nur dann zulässig, wenn er in einem sogenannten zentralen Siedlungsbereich läge. Das aber ist eindeutig nicht der Fall – diese Lagen gibt es nur im Orsoyer Ortskernbereich oder in den wohnortnahen Bereichen von Orsoy und Orsoyerberg.

Allerdings kann es eine Befreiung von dieser Voraussetzung geben, nämlich dann, wenn der Standort die Nahversorgung in Wohnungsbereichen gewährleistet und das entsprechende Sortiment anbietet. Dafür reicht aber nicht ein Blick auf das übliche Discounterangebot, sondern so etwas muss auch gutachterlich untermauert werden. Aldi hat das getan – ein weiterer Beleg für das große Interesse an einem weiteren Markt im Rheinberger Süden.

Bei einem derartigen Gutachten wird das Verhältnis des voraussichtlichen Nahversorgungsumsatzes zur relevanten Kaufkraft der Bevölkerung in diesem Gebiet ermittelt. Bleibt es unter 35 Prozent, wird davon ausgegangen, dass die neue Ansiedlung der wohnortnahen Versorgung dient. Das Gutachten ermittelte einen Wert von etwa 30 Prozent.

Auch die Stadt findet Gefallen an der Absicht des Discounters. Dieter Paus, 1. Beigeordneter: „Wir sind an einer ordentlichen Nahversorgung interessiert. Bisher müssen die Einwohner in diesem Gebiet weite Wege bis zu Discountern zurücklegen.“ In seiner Sitzung am Donnerstag, 17. September (Rathaus, Zimmer 249), befasst sich der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss mit diesem Thema.

 

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