Ferienwohnung Orsoyerberg

Alles muss raus
Die Evangelische Kirche Orsoy ist wegen der Sanierung leergeräumt. Altar, Sitzbänke und Chorgestühl – alles fort. Nun steht nur noch die Kanzel. Sie ist von 1551 und damit die älteste der ehemaligen preußischen Rheinprovinz.

ev. Kirche ist leerWer die evangelische Kirche in Orsoy besucht, erlebt sein blaues Wunder. Denn von bekannten Bild des Gotteshauses ist nicht mehr viel übrig. "Da muss man erst einmal schlucken, wenn man das hier sieht", sagt Pfarrer Uwe Klein, der etwas verloren in seiner komplett leer geräumten Kirche steht. Altar, Sitzbänke und Chorgestühl – alles fort. Auch die Orgel wurde bereits abgebaut. "Das stellte die Orgelbauer aufgrund der Größe vor ein richtiges Problem", berichtet Klein.

Die Orgel wurde einst wie üblich direkt in der Kirche aufgebaut. Dass sie zwecks Bausanierung eines Tages wieder abgebaut werden müsste, habe man nicht bedacht. "Also wurde das Instrument kurzerhand in der Mitte durchgesägt", schildert Klein augenzwinkernd. "Natürlich nur den Korpus. Der Rest der Orgel wurde kompetent zerlegt, sorgfältig in Folie verpackt und eingelagert."

Nur noch die Kanzel
"Nun steht nur noch die Kanzel", schildert der Pfarrer, der ganz besonders stolz auf den Predigtstuhl ist. "Die Kanzel ist von 1551 und damit die älteste der ehemaligen preußischen Rheinprovinz. Aber ich bin sehr zuversichtlich, denn bei unserem Kanzelrestaurator Engels ist sie in besten Händen." Dieser baue sie in den nächsten Tagen ab, arbeite sie auf und lagere sie bis zum Aufbau ein.
Was jetzt noch ansteht? Eine ganze Menge, betont Klein. So werden nun Schritt für Schritt die Bodenplatten abgenommen und der Betonsperrputz von den Wänden abgeschlagen. "Man muss sich das so vorstellen, als wenn man die Wand bis auf das Mauerwerk nackig macht", scherzt Klein. Im Anschluss daran werde man mit Hilfe von Baggern und Transportbändern das gesamte Erdreich bis auf Grabplattenniveau abtragen. Zeitgleich würden auch die Arbeiten im Außenbereich der Kirche weitergehen. Man werde von beiden Seiten her das Erdreich auf Innenniveau abböschen und Putz- und Farbschichten entfernen. Dass der Kirche damit die verliehene Stabilität entzogen wird, beunruhigt Klein nicht. "Hier sind anerkannte Statiker am Werk." Mit Stützpfeilern werde man den Halt der Mauern bewahren. Dann müsse der Wind sein Übriges tun und die Feuchtschäden im wahrsten Sinne des Wortes wegblasen. "Nur ein Stein, der atmen kann, kann wieder trocken werden", betont Klein. Diese Voraussetzung habe man mit dem ersten Bauabschnitt geschaffen.

Ein Volumen von 450 000 Euro
Was den zweiten Bauabschnitt mit einem Volumen von 450 000 ­ angeht, schaut der Pfarrer hoffnungsvoll in die Zukunft. Die Gelder fehlen zwar noch, allerdings habe er keinen Zweifel, dass man auch dies wieder stemmen werde: "Für die sagenhafte Unterstützung von allen Seiten bin ich von ganzem Herzen dankbar. Es ist schon irre, wie solch ein Projekt die Menschen zusammenschweißt. Egal ob jung oder alt, evangelisch oder katholisch. In Orsoy sind wir eine Gemeinschaft und als Gemeinschaft schaffen wir auch alles."

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